300 gegen Krieg und Kapitalismus

Demo

Mehr als 300 demonstrieren in Aachen gegen Krieg und Kapitalismus

Am Wochenende 15./16. Februar veranstalteten die vier Kommunistischen Parteien der Niederlande (Neue Kommunistische Partei der Niederlande, NCPN), aus Belgien (Partei der Arbeit, PTB-PvdA), Luxemburg (Kommunistische Partei Luxemburgs, KPL) und Deutschland (Deutsche Kommunistische Partei, DKP) die jährlich stattfindende Vier-Parteien-Konferenz. Unter dem Motto “Gegen die imperialistischen Kriege” sollte an den Ausbruch des ersten Weltkrieges vor hundert Jahren erinnert werden. Aus diesem Grund wurde auch bewusst Aachen als Konferenzort gewählt. Denn von Aachen aus wurde der Überfall gegen das neutrale Belgien durchgeführt und damit der Ausbruch des Krieges.

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Auch die KPdT zeigt Flagge

Neu an der Konferenz war, dass alle vier Parteien im Vorfeld gemeinsam eine Demonstration veranstalteten. Denn es ist schon lange her, dass vier Kommunistische Parteien gemeinsam zu einer Demonstration aufriefen. So gab es ein gemeinsames Flugblatt der Parteien, dass während der Demonstration verteilt wurde, die Redebeiträge wurden mehrsprachig verlesen und auch die Musik während der Kundgebungen enthielt sowohl deutsche, als auch französische, niederländische, türkische etc. Arbeiterlieder. Umso erfreulicher war es, dass mehr als 300 Menschen dem Aufruf der Parteien folgten, um gemeinsam gegen Krieg und Kapitalismus zu demonstrieren. Neben den veranstaltenden Kommunistischen Parteien, waren auch Genossen der Kommunistischen Parteien aus Griechenland (Griechische Kommunistische Partei, KKE), aus der Türkei (Kommunistische Partei der Türkei, KPdT) und aus Portugal (Kommunistische Partei Portugals, PCP) anwesend. Auch Aachener Bündnispartner der DKP waren gekommen um ihre Solidarität zu zeigen. Neben dem Antikriegsbündnis (AKB), waren Vertreter der Linken und ihrer Jugend (Linksjugend Solid), des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen (AFAB) und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) gekommen.
Das rote Fahnenmeer zog nach der Auftaktkundgebung am Hauptbahnhof lautstark über die Wilhelmstraße zum Steffensplatz, wo Ali Ruckert von der KPL die Auffassung zurückwies, dass die EU zur Friedenssicherung beitrüge und Levin Zuehlke von der NCPN warnte vor der NATO als militaristischem Arm des Imperialismus.

Ali Ruckert (KPL)

Ali Ruckert (KPL)

Danach zog die Demonstration weiter ins Aachener Ostviertel. Jenes Viertel, welches von Polizeipräsident Oelze als “Problemviertel” denunziert worden war. Genau hier wollten die Kommunisten ihre Solidarität mit den Menschen im Ostviertel zeigen. Viele namen dies sehr positiv auf, so waren neben Applaus auch einige geballte Fäuste (kommunistischer Gruß) zu sehen.
Am Kennedypark fand die Abschlußkundgebung statt, hier forderte Herwig Lerouge (PTB-PvdA), dass alle Soldaten im Ausland abgezogen werden und das keine neuen Truppen mehr ins Ausland geschickt werden. Den Abschluss machte der Vorsitzende der DKP, Patrik Köbele. Köbele wies auf den Widerspruch hin, dass die Repräsentanten der BRD damit hausieren, dass Deutschland sich seiner Verantwortung stelle, während an den Grenzen der EU hilfesuchende Menschen zu tausenden sterben.

Patrik Köbele (DKP)

Patrik Köbele (DKP)

Im Anschluss an die Demonstration fand die Konferenz statt. Hier wurden die Lehren aus der Geschichte diskutiert und die Möglichkeiten für eine gemeinsame Friedenspolitik. Neben einführenden Referaten zu den einzelnen Themenblöcken, fand eine rege Diskussion statt. Diese zeigte, dass eine kommunistische Friedenspolitik und eine Einschätzung des gegenwärtigen Imperialismus nötig ist und dass diese Arbeit nur gemeinsam in Angriff genommen werden kann. Die vier Parteien werden aus diesem Grund eine Plattform für Friedenspolitik ausarbeiten und veröffentlichen.
Während die Delegierten der Konferenz tagten, sorgte die SDAJ Aachen für das leibliche Wohl der Gäste. Die örtliche DKP Gruppe kümmerte sich darum, dass der Aufenthalt der kommunistischen Gäste so angenehm wie möglich war. Der Applaus der Genossen am Ende der Konferenz für uns, war eine großartige Geste, auch wenn es für die DKP Aachen selbstverständlich ist kommunistische Politik aktiv zu gestalten.
Die Konferenz schloss damit an den Erfolg der Demonstration an. Hein Kolberg, Ehrenvorsitzender der DKP Aachen sagte: “Dieses Wochenende hat viel Kraft gegeben”. Dass letzte Mal, dass die vier Parteien in Aachen auf die Straße gingen war in den siebziger Jahren, dass im Anschluss eine Konferenz stattfand ist sogar noch länger her. 1930 versammelten sich die vier Kommunistischen Parteien in Aachen zu einer Konferenz, damals hieß die DKP noch KPD. Es ist zu hoffen, dass wir in Aachen nicht erneut so lange warten müssen, denn wir haben uns schon jetzt sehr an ein rotes Fahnenmeer gewöhnt.

Rote Fahnen sieht man besser!

Rote Fahnen sieht man besser!

Weitere Informationen zur Vier-Parteien-Konferenz gibt es auch auf dem Nachrichtenportal der DKP.

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