Kämpferischer 1. Mai

11025707_779032345544551_8834264315087323016_nTraditionell beteiligt sich die DKP Aachen an der Maidemonstration des DGB in Aachen. Schon in der Vergangenheit wollten wir gemeinsam mit anderen Gruppen einen kämpferischen Block aufbauen, doch erst in diesem Jahr und mit unseren Bruderparteien aus Griechenland, der Türkei, dem Iran und natürlich mit der SDAJ ist es uns gelungen.

Schon im Vorfeld wurde ein gemeinsames Flugblatt erstellt, welches vor Betrieben, an Infoständen und Verteilaktionen in Aachen die Menschen ermutigte für ihre Interessen an der 1. Mai Demonstration teilzunehmen.

Zudem wollten wir mit diesem Bündnis auch ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Faschismus. Nur gemeinsam mit unseren Klassenbrüdern können wir denen entgegentreten, die unsere Löhne senken, unsere Arbeitszeiten erhöhen und die uns mit immer größeren Schikanen am Arbeitsamt unsere Menschenwürde nehmen. Entgegen dem was uns BILD und bürgerliche Parteien erzählen und was PEGIDA, AfD und co. auf der Straße verkaufen, sind es nicht die “gierigen Griechen” oder die “Flüchtlingswellen” die uns ausbeuten und unterdrücken. Gerade der Hass der gegen das griechische Volk geschürt wird, soll uns davon ablenken, dass besonders deutsche Firmen und Banken vom Leid der Griechen profitieren. Ein Grund mehr gemeinsam mit unseren Genossen der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) auf die Straße zu gehen.

Dank der SDAJ war unser Block auch gut zu hören und so gelang es,y dass auf den Straßen wieder unsere stärkste Waffe gegen die Kapitalisten nicht nur zu lesen war, sondern auch zu hören: Klassenkampf!

Der erfreulich große Demozug war in diesem Jahr begleitet von Ereignissen der frühen und späten Geschichte der Gewerkschaft in Form von kleinen Schauspieleinlagen und Ausstellungen.

Am Markt erwartete uns das altbekannte. Viele Infostände und Buden mit allerlei Leckereien. Das Bühnenprogramm konnte mit Hannelore Kraft immerhin die Ministerpräsidentin von NRW präsentieren, jedoch war ihre Rede die schlechteste. Frau Kraft sprach davon, dass eine gute Bildung wichtig sei und lobte dabei die RWTH. Kein Wort davon, dass sie ihr Amt auch den Bildungsstreiks zu verdanken hatte, denen sie damals die Abschaffung der Studiengebühren versprochen hatte UND eine Finanzierung für die dann wegfallende Gebühr. Zwar wurden die Studiengebühren abgeschafft, aber eine vernünftige Finanzierung wurde bis heute nicht umgesetzt. Dies bedeutet konkret die Streichung von Stellen, die Schließung von Bibliotheken, das Einschränken von Studienmaterialien etc. Auch bediente sich die Ministerpräsidentin der zweifelhaften Aussage, dass es ja jede Menge Einschreibungen an den Hochschulen gibt, sie vergaß aber die Abbrecherqouten. Viele Studierende beginnen zwar ein Studium, doch müssen sie dieses oft abbrechen weil sie sich finanziell ruinieren, weil die Nebenjobs plötzlich zur Hauptaktivität werden und ein vernünftiges Studium nicht mehr möglich ist oder weil die Drangsalierungen durch das BAföG Amt viele junge Menschen zur Verzweiflung bringen und sie gefrustet aufgeben. Besonders Kinder aus Arbeiterfamilien, also dem eigentlichen Klientel einer SPD Ministerpräsidentin, sind hiervon betroffen. Studieren hängt wie schon lange nicht mehr vom Geldbeutel der eigenen Eltern ab. Besser traf den Ton ein nachfolgender Redner, er erzählte offen und ehrlich, dass die 60 Wochenstunden die er für die Uni und den Job einsetzen müsste ein soziales Engagement nicht mehr möglich macht. Da er aber in der selben Partei ist wie Frau Kraft wäre es aber wünschenswert, dass solche Menschen den Genossen mal heftig auf die Finger haut und ihnen sagt wofür die SPD eigentlich stehen sollte.

Leider war der Tiefpunkt noch nicht erreicht. Während andere Genossen der SPD sich klar gegen die Extremismustheorie stellen, stellte Frau Kraft fest, dass sie sich gegen jeden Extremismus stellen würde, egal woher er käme. Man möchte fragen, wer zündet Flüchtlingsheime an, wer greift Demonstrationen der Gewerkschaft an (wie heute in Weimar) und wer prügelt Menschen zu Tode nur weil sie eine andere Hautfarbe haben? Wer dagegen stellt sich diesen Verbrechern in den Weg? Wer duldet rassistische und faschistische Propaganda nicht? Wer kämpft für die Verständigung aller Völker? Tja Frau Kraft, sie sicher nicht!

Die anderen Redner machten da einen deutlich besseren Eindruck, seien es die jungen Gewerkschafter die zurecht darauf hinwiesen, dass es an uns liegt den Rassismus innerhalb der Gesellschaft zurückzudrängen oder die Kollegin die über die Situation von Erzieherinnen berichtete, die ihren Beruf lieben, aber für die große Verantwortung bis heute einen lächerlichen Lohn erhalten.

Genau dies, was wir heute zu sehen und zu hören bekamen, lässt sich zusammenfassen unter dem Begriff Klassenkampf, nur noch sind wir in der Defensive. Kämpfen wir dafür, dass die Gewerkschaften stärker werden, dass unsere Kampfkraft steigt, nur dann können wir endlich wieder in die Offensive kommen.

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