Armut nimmt zu

logo-wuerzburger-kickers-rot-weiss-2012-4112Immer wieder werden uns Statistiken präsentiert, die aufzeigen sollen wie positiv die Deutschen in die Zukunft blicken. Natürlich fragt man sich dann sofort, wen man da eigentlich befragt hat? Welche Befragungsschlüssel wurden benutzt und warum werden eigentlich nie Menschen aus meinem Umfeld befragt oder gar ich selbst? Doch dann gibt es Artikel in der Tageszeitung die ein ganz anderes Bild vermitteln. So titelt die Aachener Nachrichten am Freitag “Ein fünftel der Deutschen ist von Armut bedroht”. Laut dem Statistischen Bundesamtes leben 16,5 Millionen Menschen, also jeder fünfte Bewohner dieses Landes, an der Armutsgrenze. Dies ist ein Zuwachs von etwa 300 000 Menschen zum Jahr 2013. Also mehr Menschen als alleine in unserer Stadt leben.

Aber was heißt das an der Armutsgrenze zu leben? Natürlich geht es nicht um eine absolute Armut, wo der Hungertod zum Alltag wird. In einem imperialistischen Staat wie der BRD heißt Armut, “wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung hat” (AN vom 06.11.15). Armut heißt hier nicht mehr die Möglichkeit zu haben am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, welches in unserem Land immer teurer wird. Viele Menschen haben nicht die Möglichkeit auch nur für eine Woche in Urlaub zu fahren und damit kein Recht mehr auf Genesung und Entspannung vom Alltag. Zudem kommt eine Zwei-Klassen-Medizin, schlechtere Schulbildung und fehlendes Schulmaterial, kein Zugang zu höheren Bildungsmöglichkeiten etc. pp.

Mit anderen Worten, in einem der reichsten und zunehmend mächtigsten Ländern der Welt nimmt die Armut drastisch zu und dabei reden wir hier nur über die offiziellen Zahlen. Dies macht einmal mehr deutlich, dass es für die breite Bevölkerung eher keine positive Zukunftsperspektive innerhalb des Kapitalismus gibt und damit auch keinen Grund zum Optimismus. Umso mehr stellt sich die Frage, was können wir gegen die ungleiche Verteilung des Reichtums in diesem Land, den wir alle produzieren, tun? Die Antwort klingt verblüffend leicht, Widerstand leisten. Und dieser Widerstand fängt nicht bei der Revolution an, sondern im Betrieb, in der Schule, an der Uni usw.

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