Kategorie-Archiv: Antifa

Gedenken an die ermordeten sowjetischen Zwangsarbeiter

WP_20160508_11_07_05_ProAm 8. Mai gedachten Mitglieder der DKP, der SDAJ und der VVN-BdA der ermordeten sowjetischen Zwangsarbeiter, an deren Schicksal ein Denkmal am Aachener Westfriedhof erinnert. Nachfolgend veröffentlichen wir den Redebeitrag von DKP und SDAJ:

Auf diesem Friedhof sind die Überreste von 148 sowjetischen Staatsbürgern begraben, die zur Zwangsarbeit nach Aachen deportiert waren. Dieser Ort ist in einiger Hinsicht für uns, die wir die Zeit des Faschismus nicht erlebt haben, von unmittelbarer Bedeutung. Dies ist die einzige Stelle in Aachen, an der der Opfer von Zwangsarbeit gedacht wird. Gegen Kriegsende befanden sich in Deutschland ca. 5,9 Mio ausländische Zivilarbeiter aus 20 Ländern und 1,9 Mio Kriegsgefangene. Allein aus der Sowjetunion waren 3,4 Mio Bürgerinnen und Bürger zu Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Die Arbeitsverwaltung Aachen wies vom 4.5.1942 bis zum 8.1.1944 Aachener Unternehmen, landwirtschaftlichen Betrieben, Gaststätten und Privathaushalten 1785 sowjetische Arbeitskräfte zu. Der Frauenanteil war außerordentlich hoch, 1.079 Frauen standen 706 Männern gegenüber. Diese Menschen lebten unter unmenschlichen Bedingungen an der untersten Skala der rassistischen Werteskala. Als Arbeitssklaven waren sie völlig rechtlos Hunger, Gewalt und Willkür der deutschen ausgeliefert. Hier ruhen Menschen, die ganz jung ihr Leben lassen mussten. Onabol Sawenko starb mit 16 Jahren, Maria Bernascheska mit 17 Jahren. Leider wissen wir viel zu wenig über diese Menschen, über die Familien, aus denen sie kamen, über ihre Liebsten, die sie verloren, über das, was sie gelernt und wo sie gearbeitet haben. Auch über ihr persönliches Leben hier in der Gefangenschaft wissen wir nicht viel.

Viele der sowjetischen Gefangenen waren in der Reifenfabrik Englebert untergebracht, dort mussten sie zusammengepfercht auf Stroh schlafen. Die meisten der ZwangsarbeiterInnen waren im Lager Grüner Weg oder in kleineren betriebsnahen Lagern untergebracht. Die Sterbedaten deuten darauf hin, dass viele bei den Luftangriffen der Alliierten (11.4. und 25.5.1944) starben. Sie waren den Bomben schutzlos ausgeliefert, sie durften die Schutzbunker und Keller nicht aufsuchen. Ansonsten sind die meisten dieser Menschen verhungert, erfroren oder totgeschlagen.

An dieser Stelle haben in den letzten Jahrzehnten vielfach überlebende des Faschismus an den alltäglichen Umgang der deutschen Bevölkerung mit den sowjetischen ZwangsarbeiterInnen erinnert. Jede und jeder konnte diese Menschen leben, also vegetieren, hungern arbeiten und sterben sehen, sie waren Bestandteil des Stadtbildes, die Gewalt und Willkür gegen sie war alltäglich. Und die Aachenerinnen und Aachener haben das in der Regel hingenommen. Jawohl, es gab Beispiele von – illegaler – Solidarität, es gab heimliche Brotzuwendungen und sonstige Unterstützungen. Aber prägend war die gefühllose Hinnahme des Darbens der Nazi-Sklaven.

Auch die Aufarbeitung der Verbrechen gegen die ZwangsarbeiterInnen ist ein düsteres Kapitel Stadtgeschichte. Hier als Schlaglicht nur ein kleiner Hinweis aus dem Bereich der Justiz: Landgerichtsrat Manfred Schramm war seit 1933 Mitglied in der NSDAP und der SA gewesen. Er wurde nach dem Zusammenbruch wieder am Landgericht an alter Position beschäftigt und saß neben Kollegen in der Schwurgerichtskammer, die über die von Deutschen an Ostarbeitern begangene Verbrechen zu befinden hatte. Justitia ließ bei der Überprüfung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit Großzügigkeit walten.

Ein weiteres Thema an dieser Stelle ist die Geschichte der Gedenkstätte selbst und die Geschichte des Gedenkens. Diese Gedenkstätte wurde nach dem Krieg auf Druck alliierter Stellen errichtet. Die Kommunistin Maria Collard hatte in den 1970er und 1980er Jahren oft daran erinnert, dass diese Gedenkstätte in der Stadt ungeliebt war. In der Zeit des Kalten Krieges und des ungebrochen gegen die Sowjetunion gerichteten Antikommunismus war kein Platz für Empathie mit den Opfern. Maria berichtete uns, dass im Wesentlichen nur AntifaschistInnen aus der VVN, die Kommunistinnen und Kommunisten der KPD, aber 1968 dann der DKP, manchmal mit weiteren Partnern und Vertretern der sowjetischen Botschaft dieser Opfer gedachten. Darüber gibt es leider keine Dokumente und Zeugnisse, wir können nur auf die mündliche Überlieferung von Menschen von Maria Collard, Josef Christoffel oder Werner Landscheidt zurückgreifen.

Eine Wende trat dann mit dem Erstarken der Friedensbewegung ab Mitte der 1970er Jahre ein. Diese entdeckte diese Gedenkstätte als Mahnung und Auftrag, keinen deutschen Krieg mehr zuzulassen. Seit dem besuchten diese Gedenkstätte immer wieder die DGB-Jugend, verschiedene Friedensgruppen und diverse Schulklassen. 1994 hat sich in Aachen aus einer Bürgerbewegung das Projekt „Wege gegen das Vergessen“ entwickelt, ab 2001 wurden dann die Tafeln ausgebracht.

Diese hier hat die Inschrift:

„Hier ruhen 148 Menschen aus der Sowjetunion, Männer, Frauen und Kinder, die während des Krieges in ihrer Heimat zu Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt worden waren. Viele starben durch unmenschliche Behandlung.“

Endlich hatten diese Opfer des Faschismus eine angemessene Würdigung erfahren. Auch der heutige Anblick dieser Gedenkstätte ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Kampfes mit verschiedenen Stellen der Stadt. Die Steine waren ebenerdig in den Boden eingelassen, die Inschriften verwittert und unlesbar. Immer wieder unternahmen verschiedene Gruppe einen Anlauf, diesen unwürdigen Zustand zu ändern. Aus der Stadt hieß es dann lapidar, das müsse so sein, damit der Rasen leichter zu pflegen sei. 2012 war dann auch endlich damit Schluss, die Grabstätte wurde in den heutigen Zustand versetzt.

Eine letzte Position ist aber noch offen: Die Stadt Aachen gibt eine Broschüre „125 Jahre Westfriedhof I“ heraus, diese Gedenkstätte ist darin jedoch nicht erwähnt. Viele haben in den vergangenen Jahrzehnten am Gedenken an die Opfer der brutalen Zwangsarbeit festgehalten und diese Gedenkstätte besucht. Sie ist heute dem Vergessen entrissen. Großen Anteil daran haben die AntifaschistInnen der VVN, viele Gruppen und Initiativen der Friedensbewegung, die Volkshochschule als Projektleiterin von „Wege gegen das Vergessen“ und der Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der RWTH mit den Arbeiten über die Zwangsarbeit in Aachen. Ihnen allen gebührt unser Dank.

Vielleicht gelingt es in Zukunft, den hier bestatteten Menschen wieder ein Gesicht zu geben und ihre Geschichte neu zu entdecken. Das könnte ein weitere Pflock sein im Bemühen, das Leben von Menschen zu achten und die Zerstörung durch Krieg für alle Zeiten zu ächten.

Nicht jeder Clown gehört zum Karneval!

Wir veröffentlichen den Aufruf der Antirassistischen Offensive zu den geplanten Protesten gegen die Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst an den Scharfmacher Söder:

Leev Jeckinnen und Jecke,

es ist schlimm genug, dass der Söder tief im bayerischen Wald die Republik regelmäßig mit seinen rassistischen Allüren überschwemmt, aber dass er jetzt auch noch nach Oche kommt, um unseren Karneval für seine närrischen Ideen zu missbrauchen… da sagen wir: Hier hört der Spaß auf!

Vielmehr fragen wir uns was reitet eigentlich den AKV? Hat der Pegida-Dunst den Geist der Karnevalisten umnachtet? Für uns steht Karneval für ein fröhliches Miteinander, für Weltoffenheit und für Völkerverständigung – nicht für Hetze gegen Flüchtlinge oder Hartz IV-Empfänger_innen. Wir wollen nicht, dass man Menschen das Taschengeld streicht, wir wollen, dass Menschen ohne Einschränkungen leben können. Wir wollen nicht, dass Zäune und Zentren errichtet werden, die die Freiheit und Rechte von Menschen einschränken. Hilfesuchende Menschen in Gefängnisse zu sperren, wo ihre Menschenrechte mit Füßen getreten werden, ist für uns nicht akzeptierbar!

Karneval steht für Offenheit und Lebensfreude, nicht für Abschottung und Diskriminierung!

Aus diesem Grund rufen wir alle echten Jeckinnen und Jecken auf, sich am 23. Januar am Jeisterzoch gegen den Auftritt von Söder bei der Verleihung des Ordens „wider den tierischen Ernst“ anzuschließen. Kommt bunt verkleidet und seid vor allem eins… LAUT.

Denn wenn der AKV diesen Orden wirklich für Humor und Menschlichkeit im Amt verleiht, dann müssten seine Mitglieder auch mit uns auf der Straße stehen, protestieren und feiern, denn Herr Söder betreibt mit seinen Kommentaren und Interviews das genaue Gegenteil von Menschlichkeit und uns vergeht bei solchen menschenverachtenden und rassistischen Sprüchen nicht erst seit heute der Humor. Wir finden es lobenswert, dass viele Gäste schon zuvor ihre Teilnahme abgesagt haben und rufen die verbleibenden dazu auf aus Protest den Saal zu verlassen, sobald Söder die Bühne betritt.

Kommt alle und lasst uns zeigen, dass hier kein Platz für Scharfmacher ist!

Karneval sollte bunt, kreativ und fortschrittlich sein!

Oecher Jeisterzoch für Menschlichkeit und Humor in jeder Lebenslage
23. Januar 2016
Start: 17 Uhr Hackländerstraße (Autonomes Zentrum) von dort aus ziehen wir gemeinsam zum Eurogress, wo der Orden verliehen wird.

Fluchtursachen bekämpfen!

Am heutigen Freitag versammelten sich mehrere hundert Menschen in Aachen um gemeinsam ein Zeichen gegen die zunehmende Gewalt gegen Flüchtlinge und gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung zu setzen.

Während Merkel vorgibt alle Flüchtlinge seien willkommen, erarbeitet ihre Regierung in Wahrheit Gesetze die die Einreisemöglichkeiten deutlich verschlechtern. Selbst über eine sogenannte Transit Zone ist man sich in der großen Koalition einig. Trotz der Bekundungen der SPD keine Haftzonen zu dulden, werden solche Transit Zonen genau darauf hinauslaufen.

Die reale Politik in Berlin unterscheidet sich kaum von den Forderungen der rassistischen PEGIDA Bewegung und dürfte somit Wasser auf die Mühlen der Rassisten sein. Andererseits lenken die Rassisten geschickt davon ab, dass nicht die Flüchtlinge schuld sind an sinkenden Löhnen, höheren Arbeitszeiten, schlechteren Lebensbedingungen und daran das immer mehr Kinder in Deutschland in Armut leben. Rassismus dient immer noch als Machtinstrument der Herrschenden, dem können wir als Unterdrückte und Ausgebeutete nur die internationale Solidarität entgegensetzen und nach Lösungen jenseits des Kapitalismus suchen.

Auch dafür warb die heutige Demonstration, die vom Elisenbrunnen zum Aachener Hauptbahnhof zog. Zu hoffen ist, dass es nicht bei einer Demonstration bleibt, sondern dass das Bündnis “Antirassistische Offensive”, welches die Demonstration organisierte, nun vermehrt den Dialog mit der breiten Bevölkerung sucht um für Mehrheiten zu kämpfen. Denn nur so ist eine Veränderung in diesem Land und vor allem die Verhinderung eines Rechtsrutsches möglich.

Rede des DKP-Vorsitzenden auf dem Befreiungsfest

70 Jahre Befreiung vom Faschismus. Wenn wir einmal darüber nachdenken, dass viele von uns noch lange brauchen um 70 Jahre zu werden, dann wird einem klar, dass dies eine verdammt lange Zeit ist.

Aber hat Deutschland seit den schrecklichen Verbrechen des Faschismus gelernt? Gilt endlich das Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist? Sind alle faschistischen Organisationen und Parteien verboten? Ist der Rassismus ein Relikt der Vergangenheit?

Die Antwort lautet nein.

Faschisten können unter massivem Polizeischutz ihren Hass auf die Straße tragen. Die NPD ist dank dem Verfassungsschutz immer noch nicht verboten und eben jener Verfassungsschutz wusste nicht nur von den Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds, er hat diesen wohl auch logistisch und finanziell unterstützt. Die Partei Die Rechte konnte nach den Kommunalwahlen das Dortmunder Rathaus überfallen. Während jene vor den Gerichten stehen, die sich gegen die Faschisten verteidigten, belohnte man die Faschisten damit, dass ihre einheitliche Kleidung nicht als Uniformierung gewertet wurde. Ein deutsches Gericht erlaubt Faschisten 70 Jahre nach der Befreiung wieder ein uniformiertes Auftreten. Ein Skandal.

Und was ist mit dem Rassismus?

Empört zeigten sich die Politiker der Mitte über PEGIDA und CO, wie konnte so etwas nur entstehen? Die Antwort ist einfach, den Rassismus den PEGIDA auf die Straße brachte stammt aus den Federn jener Politiker und Medien, die sich als Mitte präsentieren. Thilo Sarrazin macht seit Jahren Stimmung gegen Ausländer, Hartz IV Empfänger, Moslems usw. Dennoch wirft die SPD diesen Mann nicht aus ihren Reihen. Warum auch postiert doch Herr Steinmeier neuerdings mit ukrainischen Faschisten und bezeichnet diese als Freiheitskämpfer. Welch ein Schlag ins Gesicht aller aufrechten Sozialdemokraten.

Und vergessen wir nicht die BILD Zeitung. Sie ist das meistgelesene Printmedium unserer Zeit. Sie links liegen zu lassen wäre fatal. Die Hetze gegen Flüchtlinge und vor allem Moslems ist unerträglich, erreicht aber eine breite Masse und bestimmt damit auch deren Weltbild.

Dem müssen wir gemeinsam etwas entgegenstellen. Denn es liegt an uns den Menschen aufzuzeigen, dass nicht der Flüchtling den Lohn der Arbeiter drückt, dass nicht der Moslem schuld ist, dass viele Jugendliche keine Zukunftsperspektiven haben. Aber es liegt auch an uns die Ängste und Nöte der Menschen ernst zu nehmen. Viele junge Menschen werden von Praktikum zu Praktikum gehetzt nur damit sie aus der Arbeitslosenstatistik verschwinden. Alleingelassen und gedemütigt ist es ein leichtes für die rechten Rattenfänger diese jungen Menschen abzugreifen. Doch wir müssen ihnen zeigen, dass sie sich selbst damit ihrer Kraft berauben. Oder denken wir an die Verkäuferin bei ALDI. Ständig beobachtet wie viele Produkte sie über das Band zieht und wenn es zu wenige sind dann kommen direkt die Nachfragen, ob sie der Arbeit nicht mehr gerecht wird. Und was wenn sie die Arbeit verliert? Hartz IV, der Verlust des letzten bisschen Menschenwürde. Ist es nicht verständlich das Angst und Wut in ihr schlummern? Aber auch ihr müssen wir sagen, dass nicht Flüchtlinge, Moslems, Arbeitslose ihre Feinde sind, sondern jene die sie tagtäglich ausbeuten. Denn diese Herrschaften die vom Leid der Menschen leben, profitieren davon, wenn wir uns spalten lassen.

Denn sie bluten Afrika aus und verwandeln das Mittelmeer zu einem Massengrab, sie haben radikale Islamisten mit Waffen versorgt, sie haben seit 10 Jahren dafür gesorgt, dass wir keine Lohnerhöhungen mehr haben, sie erdrücken uns mit dem Gespenst Hartz IV.

Und sie haben einen Namen, es sind die Kapitalisten und unsere stärkste Waffe ist die Solidarität mit allen Unterdrückten und Ausgebeuteten.

Erkennen wir die Faschisten, AfD, Pegida und co. als das was sie sind, unsere Feinde und bekämpfen wir sie mit aller Härte.

Zeigen wir den Kapitalisten, dass wir uns nicht mehr spalten lassen.

Denn nur gemeinsam können wir siegen und dafür sorgten, dass der Schwur Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus endlich Wirklichkeit wird.

Erfolgreiches Befreiungsfest in Aachen

CAM00237Gemeinsam mit dem Antikriegsbündnis Aachen, der VVN/BdA, der SDAJ und dem Antifaschistischen Aktionsbündnis Aachen haben wir Kommunisten das 8. Mai Komitee Aachen gegründet, um in diesem Jahr den 70. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus würdig zu feiern.

Mit einer kleinen Ausstellung und einem bunten Programm konnten wir über 200 Aachener Bürger am 8. Mai informieren und gemeinsam mit ihnen jenen Tag feiern an dem die Sowjetunion und die Alliierten uns vom Faschismus befreiten. Damit konnten wir auch einen Gegenpol zur alltäglichen Geschichtsverschiebung setzen. Während in deutschen Medien immer mehr die Schicksale der Vertriebenen in den Mittelpunkt gestellt werden und ihre Mitschuld verschwiegen wird, machten wir klar wer vom Faschismus profitierte und wer auch nach dem Sturz der faschistischen Führer nach kurzer Zeit wieder an der Macht war. Der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Faschismus stand bei uns auf der Tagesordnung.CAM00236

Das AKB wies zudem auf die zunehmende Russlandhetze hin und das Verschweigen der Opfer der Sowjetunion bei der Befreiung Deutschlands. Besonders eindrucksvoll wurde dies durch den Film “Der große vaterländische Krieg” den staunenden Zuschauern deutlich.

Gerade das viele “normale” Bürger mit diesem Fest erreicht werden konnte und das es nicht ein “linkes” Unter-sich-bleiben wurde macht dieses Befreiungsfest zu einem großen Erfolg. Es bleibt zu wünschen, dass es nicht die letzte Aktion des 8. Mai Komitees war. Denn mit dem Antikriegstag steht das nächste Ereignis an, wo es abermals darum geht, den Menschen aufzuzeigen, dass wir keinen Krieg wollen und schon gar nicht für imperialistische Interessen.

Das Befreiungsfest in Aachen

8. Mai 2015
17:00bis21:00

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Das 8. Mai Komitee Aachen (AKB, DKP, SDAJ, VVN, AFAB, PdL) lädt zum Befreiungsfest “Wir feiern 70 Jahre Befreiung von Krieg und Faschismus” in Aachen ein.

Mehr Informationen gibt es bei der offiziellen Facebook Seite: Befreiungsfest

Was steckt hinter PEGIDA?

DKP Stammtisch diskutiert über die “Bürgerbewegung”

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Zu ihrem monatlichen Stammtisch lud die DKP alle interessierten Menschen abermals in die Gaststätte Zum Neuen Eck ein. Diesmal wollten wir uns mit PEGIDA und Co. auseinandersetzen und überlegen womit wir es zu tun haben und wie man auf solche “Bewegungen” reagieren kann.

Die Anwesenden stellten fest, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen Ost und West PEGIDA gibt. Im Osten haben wir es in der Führungsriege von PEGIDA mit einem Gemisch von Wirtschaftsberatern, ehemaligen FDP und CDU Mitgliedern, sowie aktiven AfDlern zu tun. Im Westen ist das Führungspersonal deutlicher rechts zu verordnen. Auch bei den Teilnehmern lassen sich Unterschiede erkennen. Im Osten gehen Menschen auf die Straße, die unter Zukunftsängsten leiden, denen der real-existierende Kapitalismus innerhalb von 25 Jahren die eigene Identität und Zukunft geraubt hat. Diese Menschen vorschnell als Faschisten oder Rassisten zu bezeichnen würde der Sache nicht gerecht werden. Vielmehr haben die Menschen zu Recht “Wut im Bauch”, doch sie fallen auf die Rattenfänger des Kapitals rein. Würden viele dieser Menschen in Ruhe einmal das Programm der AfD lesen und nicht nur die Parolen auf Plakaten und Aufklebern, dann würden sie sehen, dass solche Parteien und Bewegungen wie PEGIDA nicht ihre Interessen vertreten, sondern die Interessen der herrschenden Klasse. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen uns, sondern zwischen Oben und Unten.

Im Westen sind nicht nur die Teilnehmerzahlen geringer, sondern es ist auch ersichtlicher wer dort auf die Straße geht. Hier handelt es sich um ein Gemisch aus Hooligans, Rassisten der Sorte Pro NRW und offen faschistischen Kräften wie der Partei DIE RECHTE. Hier gilt es entschiedenen Widerstand zu leisten und so den Rassisten die Möglichkeit zu nehmen, sich als gewöhnliche Bürger zu präsentieren.

Doch welche Rolle spielt PEGIDA? Hat diese Bewegung tatsächlich neue Themen auf die Tagesordnung gebracht, die den Menschen auf den Fingern brannten, die die “Lügenpresse” jedoch verschweigt? Ganz im Gegenteil. Es waren die Vertreter der bürgerlichen Parteien und Medien wie die BILD, Welt etc. die monatelang vor den Flüchtlingsströmen und den islamistischen Terrormilizen gewarnt hatten. Diese Stimmungsmache sollte dazu dienen, dass repressive Asylverfahren noch mehr zu vereinfachen und den Ausbau des Überwachungsstaates voranzutreiben. PEGIDA liefert hier nun eine perverse Situation. Denn diese Bewegung griff die fantasierten Bedrohungen auf und die Politik nahm sich nun den wütenden Bürgern an, um dass im Namen des Volkes umzusetzen, was man selbst ins Volk hineingetragen hatte. Viel deutlicher ist die Rolle von rassistischen und faschistischen Gruppen und Parteien nicht darzustellen. Sie sollen uns spalten und uns von denen ablenken, die wirklich an unseren Arbeitsbedingungen und dem Abbau von Sozialleistungen schuld sind. Es ist praktischer, wenn alle den Flüchtling beschimpfen, als wenn sich die Wut gegen die Ausbeuter und Unterdrücker richtet.

Neben dieser Absurdität, lässt sich aber auch beobachten, dass die Gewalt gegen Flüchtlinge und Muslime sich seit PEGIDA verdoppelt hat. Auch wenn viele linke Kräfte aufführen, dass im Westen mehr Menschen gegen PEGIDA und Co. auf die Straße gehen, so übersehen viele, dass das Denken von PEGIDA viel breiter verbreitet ist, als sich das an den Teilnehmerzahlen abzählen lässt. Nach einer Umfrage von TNS Emnid haben 53% der Ostdeutschen Verständnis für PEGIDA, in Westdeutschland sind es 48%. Und nach einer ähnlichen Umfrage des Instituts mit der Bertelsmann-Stiftung halten 57% der Deutschen für eine Bedrohung und 40% fühlen sich fremd im eigenen Land.

Dies ließ bei der Diskussion natürlich die Frage aufkommen, was eine antifaschistische Politik unter solchen Bedingungen leisten muss. Vor allem muss sie weg von einem idealistischen Antifaschismus, der moralisierend versucht die Menschen zu belehren. Nur ein materialistischer Antifaschismus, der die Ängste und Sorgen der Menschen ernst nimmt, kann einen Umschwung im Denken vieler Menschen bewirken. Den Menschen aufzuzeigen, dass Antifaschismus nicht eine Attitüde intellektueller Hinterhofkämpfer ist, sondern eine Waffe für die Menschen darstellt gegen Lohnkürzungen, gegen den Abbau von Sozialleistungen usw. das ist die Aufgabe der Zukunft.

Dafür kämpfen wir Kommunisten zum einen im 8. Mai Komitee Aachen, zum anderen in den alltäglichen Diskussionen im Betrieb, in der Schule und der Hochschule. Und wir freuen uns immer wieder über spannende Diskussionen bei unserem Stammtisch, weil aus diesen immer stärkere Aktionen entstehen.

Gedenken an die Befreiung Auschwitz vor 70 Jahren

 auschwitz-27-januar-1945Rund 20 Menschen gedachten heute am Pastorplatz 1 der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren durch die Rote Armee.

Die Linksjugend solid hatte zu dem Gedenken aufgerufen. Der Ort war dabei nicht ohne Grund gewählt, denn im Haus am Pastorplatz 1 hatte Anne Frank vor ihrer Flucht in die Niederlande gelebt und eben jene Anne Frank wurde später von den Faschisten ins KZ Auschwitz deportiert. Das Anne Frank nicht hier ermordet wurde, lag daran dass sie bei ihrer Ankunft im KZ über 15 Jahre war und somit arbeitsfähig entging sie der Gaskammer. Alle Kinder die im selben Zug wie Anne Frank waren, wurden direkt in den Tod geschickt. Von den insgesamt 1019 Deportierten wurden 549 direkt nach der Ankunft in Auschwitz ermordet.

Als die Rote Armee immer näher an das Konzentrationslager rückte, deportierten die Faschisten Anne Frank ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Hier starb die Jugendliche im März 1945 an den Folgen einer Fleckfieber Epidemie. Nur wenige Wochen später wurde das KZ durch die britische Armee befreit.

Auschwitz steht für die fürchterlichen Verbrechen des Faschismus und all derer die von der Rüstungspolitik der Faschisten profitierten. Aus diesem Grund ist es heute umso wichtiger vor den Gefahren des Faschismus zu warnen. Nach 1945 hieß der Slogan vieler Befreiter nicht umsonst “Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus”. Heute soll dieses Erbe jedoch aus den Köpfen der Menschen gelöscht werden. Der Bundespräsident will das Deutschland wieder an Kriegen teilnimmt und SPD Mitglied Steinmeier posiert mit ukrainischen Faschisten und bezeichnet diese als Freiheitskämpfer. Und eine rassistische Partei wie die AfD darf in Buchenwald einen Kranz niederlegen, die die Verbrechen der Faschisten gleichsetzt mit den Urteilen gegen Faschisten. Diese Geschichtsfälschung passt in das gesamtdeutsche Bild. Geschichtsrevisionismus und Kriegsvorbereitungen sollen die Menschen wieder an Kriege gewöhnen. Aber das einfache Volk hat kein Interesse an Kriegen gegen andere Völker. Denn jene die die Ressourcen der ärmsten Länder ausplündern, sind die Selben die uns für einen Lohn arbeiten lassen, der nicht mehr zum Leben reicht. Lassen wir uns also nicht täuschen, weder Rassismus noch andere Blender-Ideologien können eine Alternative für die Menschen in diesem Land sein. Nur der gemeinsame Kampf aller Völker gegen die kapitalistischen Ausbeuter kann zu unserer Befreiung führen. Auch das ist die Lehre von 1945 und deshalb sagen wir спасибо!

Stoppt den Naziterror

Nach dem feigen Angriff von Faschisten vergangenen Samstag auf eine antirassistische Demonstration, ruft die Linksjugend erneut dazu auf, auf die Straße zu gehen. Die Deutsche Kommunistische Partei Aachen unterstützt den Aufruf und ruft alle Antifaschisten auf, sich an der Demonstration am Freitag, 8. November um 18 Uhr am Elisenbrunnen zu beteiligen!

Aufruf zur Demonstration gegen Naziterror:

Wie­der ein­mal haben Neo­na­zis eine De­mons­tra­ti­on gegen Ras­sis­mus an­ge­grif­fen. Wie­der ein­mal unter den Augen der Po­li­zei.

Am 2. No­vem­ber woll­ten wir un­se­rer For­de­rung „Flucht­ur­sa­chen be­kämp­fen statt Flücht­lin­ge – gegen Krieg, Elend und Fes­tung Eu­ro­pa!“ mit einer De­mons­tra­ti­on durch die Aa­che­ner In­nen­stadt Nach­druck ver­lei­hen. Wir woll­ten damit auch un­se­re So­li­da­ri­tät mit Flücht­lings­pro­tes­ten in Ham­burg, Ber­lin und über­all de­mons­trie­ren. Das haben wir auch getan, al­ler­dings an­ders als ge­plant.
Nur we­ni­ge Meter nach dem Start der De­mons­tra­ti­on tauch­te eine Grup­pe von etwa 15 Fa­schis­ten auf. Am glei­chen Ort, wo 2008 eine De­mons­tra­ti­on gegen rech­te Ge­walt bru­tal at­ta­ckiert wor­den war, grif­fen sie un­se­re De­mons­tra­ti­on an. Die Po­li­zei ließ sich Zeit, ein­zu­schrei­ten.
An­statt ent­schlos­sen gegen die An­grei­fer vor­zu­ge­hen, ließ die Po­li­zei die Fa­schis­ten we­ni­ge Meter vor un­se­rer Demo. Über zwei Stun­den konn­ten die Fa­schis­ten so, ge­schützt vor Ge­gen­wehr, un­se­re Demo pro­vo­zie­ren und mehr­fach an­grei­fen.
Ähn­li­ches spiel­te sich kurz dar­auf auf dem Syn­ago­gen­platz ab. Hier waren es rech­te Hoo­li­gans, die be­waff­net un­se­re Demo an­grif­fen.

Am 2. No­vem­ber hat die Po­li­zei­füh­rung wie­der ein­mal ge­zeigt, dass sie nicht ge­willt ist, ernst­haft gegen Neo­na­zis vor­zu­ge­hen – statt­des­sen wur­den sich ver­tei­di­gen­de An­ti­fa­schis­tIn­nen durch Pfef­fer­spray ver­letzt. Wäh­rend selbst an­grei­fen­de Neo­na­zis noch ge­schützt wer­den, sind der­zeit bis zu 100 An­ti­fa­schis­tIn­nen an­ge­klagt. Sie hat­ten sich mit fried­li­chen Blo­cka­den auf­mar­schie­ren­den Neo­na­zis in Stol­berg ent­ge­gen­ge­stellt.

Wir müs­sen es also sel­ber tun:
An­ti­fa­schis­ti­schen Selbst­schutz or­ga­ni­sie­ren!
Fa­schis­ten ver­ja­gen!
Ras­sis­mus kon­se­quent be­kämp­fen!

Im Kampf darum las­sen wir uns nicht ein­schüch­tern. Gegen Re­pres­si­on und Ter­ror stel­len wir un­se­re So­li­da­ri­tät.
Des­halb: Kommt zu un­se­rer Demo!

8. No­vem­ber – 18 Uhr – Aa­chen Eli­sen­brun­nen

Linke empört über Geheimhaltung von Nazikundgebung

Ratsanfrage zu Informationsfluss

Aachen, 20. September 2013

Wenn in Aachen Neonazis aufmarschieren, werden sie üblicherweise mit lauten Protesten empfangen. Am vergangenen Sonntag war dies anders. Die Kundgebung der Partei Die Rechte wurde bis zur letzten Minute geheimgehalten, so dass nur wenige GegendemonstrantInnen den Weg zum Kugelbrunnen fanden.

Die Linke hat nun die Verwaltung angefragt, wie es dazu kommen konnte. „Es gibt beim Runden Tisch gegen Rechtsextremismus einen breiten Konsens, dass zumindest die Ratsfraktionen informiert werden sollen“, erklärt Ratsfrau Renate Linsen, „und dann wird einer Nazibande eine ungestörte Kundgebung ermöglicht.“ Die Verwaltung soll nun erklären, welche Schritte unternommen werden, um den Informationsfluss, wieder auf das angemessene Niveau zu heben.

Anfrage als PDF

(Quelle: Fraktion Die Linke)